StartseiteTexte

Nymphe
zeichnerisch-malerische Darstellungen von
Kristine Wedgwood-Benn

Text von Rita Strautmann zur Ausstellung "Nymphe" in der Galerie Raumcollage, Bielefeld, 2010



Eine Gruppe gesammelter Insektenhäute war Ausgangspunkt für die aktuellen zeichnerisch-malerischen
Darstellungen von Kristine Wedgwood-Benn. Es ist ein Motiv, das die Künstlerin wegen seines Reichtums
an Linien und Rhythmen reizt. Die Linie gleicht dabei einer Schwellensituation, in der etwas umschlägt,
von einem Zustand in einen anderen.
In der Biologie werden die Larven einiger Insektenarten als Nymphen bezeichnet. Mythologisch handelt
es sich bei Nymphen um anmutige Naturgottheiten, die als wohltätige Geister frei umher schweifen.
Wie Metaphern wirken die Arbeiten von Kristine Wedgwood-Benn, bei denen die Gedanken während der
Betrachtung von einem Vorstellungsbereich in einen anderen übergehen. Die Insektenlarven als Objekte
der Transformation werden eingefasst von individuellen Anverwandlungen der Natur. Es sind selbstgleiche,
sich wiederholende Formen, die sich zu einem ornamentalen Geflecht verdichten. Eine Verwandlung von
Chaos durch Bewegung hin zu einer neuen Ordnung.
Die Abbilder der winzigen Wesen überträgt die Künstlerin in teils großformatige wand- und raumfüllende
plastische Entwürfe. Es sind schattenwerdende Umformungen des Kreatürlichen in dunkler Tonigkeit
mit klarer Neigung zur Monochromie. Eine Reduktion auf wenige Farbtöne und tiefgründige
Transparenz zeichnen die Arbeiten aus.